PC Windows Sound- & Audio-Hardware Einstellungen
Folgende Vorgehensweisen und Hinweise machen das Leben mit PCs, die als Audioworkstation betrieben werden, leichter und minimieren störende Einflüsse während Sie z.B. mit Steinberg Host-Anwendungen wie Cubase oder Nuendo arbeiten.
Dieser Artikel setzt voraus, dass Sie eine ASIO-kompatible Audiohardware installiert haben, die Sie bereits mit Steinberg Anwendungen nutzen.
Der Tipp, Onboard Soundchips im BIOS des Rechners zu deaktivieren, kann tückisch sein. Diese auf dem Mainboard des Computers integrierten Chips sind nützlich, um dafür zu sorgen, von Windows selbst generierte Sounds auszugeben und den ASIO Treiber Ihrer Audiohardware exklusiv nur für die Host-Anwendung zu nutzen.
Haben Sie keinen Onboard-Sound Chip zur Verfügung (oder auch keine weitere, einfache Standard-Soundkarte) nutzt Windows die MME-Treiber Ihrer ASIO Hardware für z.B. die Wiedergabe von Systemsounds, Playback des Media Players etc.
Es kann nun dazu kommen, daß während Sie z.B. in Cubase mit dem ASIO-Treiber der Hardware arbeiten, Windows einen Systemklang erzeugt. Sofern nun in Windows Ihre ASIO Hardware mit ihren MME-Ports als Wiedergabe-Gerät eingestellt ist, wird es höchst wahrscheinlich zu einem Konflikt mit Samplerates kommen.
Windows Systemklänge werden mit 22.05 oder auch 32kHz abgespielt. In der Hostanwendung werden Sie jedoch meistens mit Samplerates ab 44.1kHz oder aufwärts arbeiten. Das Abspielen des Systemklangs ändert nun abrupt die Samplerate, mit der die Audiohardware arbeitet - während Sie eigentlich mit der in der Hostanwendung eingestellten Samplerate arbeiten.
Je nach Audiohardware/Treiberbeschaffenheit kann es in diesem Moment zu folgenden Problemen kommen:
- Das Playback stoppt einfach abrupt und läßt sich ggf. nicht wieder sauber oder auch gar nicht wieder einstarten
- Sie hören ein unter Umständen sehr unangenehmes Störgeräusch
- Es passiert offenbar nichts, aber Ihr Projekt wird mit unsauberem Timing weiter abgespielt
Es gibt nun mehrere Optionen, für Abhilfe zu sorgen:
Setups ohne Onboard-Soundchip/Standard-Soundkarte (nur ASIO-Audiohardware verfügbar)
Hier bleibt nichts anderes übrig, als auf jeden Fall die Windows Systemklänge zu deaktivieren.
- Gehen Sie dazu ins Start Menü > Systemsteuerung > Sounds und Audiogeräte
- Dort auf das Register "Sounds" wechseln
- Bei "Soundschema" "Keine Sounds" auswählen.
- Das daraufhin folgende Fenster "Schema speichern" einfach mit "Nein" bestätigen
Diese Prozedur stellt schon mal einen Großteil möglicher Probleme durch Samplerate-Änderungen ab. Es bleiben jedoch ein paar Umstände:
- Anwendungen, die Audioplayback außerhalb einer gerade laufenden Steinberg Applikation starten, können dennoch die Samplerate ändern
- Es gibt eine Besonderheit beim Import von Video-Dateien in Steinberg Anwendungen: Je nach ausgewähltem Video Player wird bei Videos, die einen Audiostream mitbringen, ggf. wieder die Samplerate verstellt wenn das Audio im Video nicht der Samplerate im Projekt entspricht. Dies ist kein Fehler im Programm sondern bedingt durch die genutzte Windows Architektur zur Videowiedergabe.
Setups mit verfügbarem Onboard-Soundchip/Standard-Soundkarte
Sollten Sie neben Ihrer ASIO-Hardware über derartige Hardware verfügen, ist es wesentlich ratsamer, das Windows Playback vom ASIO Playback zu trennen:
- Gehen Sie ins Start Menü > Systemsteuerung > Sounds und Audiogeräte
- Wählen Sie das Register "Audio"
- Stellen Sie nun sicher, daß sowohl unter "Soundwiedergabe" wie auch "Soundaufnahme" der Onboard-Soundchip/Standard-Soundkarte ausgewählt wird. In dem Beispielbild rechts wird das verdeutlicht: Der "Soundmax" Eintrag ist ein Onboard-Soundchip, die restlichen Eintrage darunter sind die MME-Eintrage der ASIO-Hardware (hier: RME Digi96-8/PST).
- Wichtig ist jetzt die rot eingekreiste Option "Nur Standardgeräte verwenden", bitte stellen Sie sicher, daß ein Häkchen dort gesetzt ist
Nun haben Sie Windows Playback und ASIO Playback voneinander getrennt. Alles, was über Windows abgespielt wird, wird vom Soundchip ausgegeben. Das Playback von Hostanwendungen, die ASIO-Treiber Ihrer Audiohardware nutzen, läuft jetzt ungestört.
